Mit der 24-jährigen Laura Kluge verstärkt in der kommenden Saison eine weitere Nationalspielerin den Sturm bei den Bundesligafrauen der Memminger Indians.

Die Berlinerin spielte acht Jahre für den OSC Berlin und kam in 110 Spielen auf 59 Treffer und 54 Assists. Nach einem Abstecher 2016/17 in die erste schwedische Liga nach Linköping (39 Spiele, 19 Punkte) folgte ein Auslandsstudium in der St. Cloud State University (USA) mit 99 Spielen und 52 Punkten in der NCAA. 

Auch in der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gehört Laura Kluge seit vielen Jahren zu den Leistungsträgern und kann bereits auf die Teilnahme an vier Weltmeisterschaften zurückblicken. In 77 Länderspielen brachte sie es für den DEB auf 22 Tore und 24 Vorlagen.

„Laura war schon vor ihrem Studium eine herausragende Stürmerin. Sie hat sich dort in den vier Jahren in Nordamerika nochmals weiterentwickelt und ich bin mir sicher, dass sie unserem Sturm deutlich mehr Durchschlagskraft bringen wird. Wir freuen uns alle sehr über diesen Top-Neuzugang“ so der Teammanager der Indians Frauen, Peter Gemsjäger.

Laura Kluge wird bei den Indians im Trikot mit der Nummer 72 auflaufen.    

Die Eishockeyfrauen des ECDC Memmingen haben einen neuen Headcoach. Der Österreicher Georg Taferner übernimmt das Zepter an der Bande vom langjährigen Indians Coach Werner Tenschert. Taferner ist 43 Jahre alt,  Inhaber der A-Trainerlizenz und kann ein abgeschlossenes Eishockeystudium an der Haaga-Helia Universität in Vierumäki, Finnland, vorweisen. Er hat bereits Erfahrung im Fraueneishockey gesammelt und wurde 2018 mit dem ZSC Zürich Meister in der Schweiz. Seine letzte Trainerstation war bei den Herren des EHC Montafon (2.Liga Österreich).

„Es haben sich einige sehr interessante Kandidaten für den Posten beworben“ so der sportliche Leiter der Indians Frauenmannschaft, Peter Gemsjäger. „Georg Taferner passte dabei am besten in unser Anforderungsprofil. Wir freuen uns auf die anstehenden Herausforderungen in der Bundesligasaison im Olympia-Jahr.“

Fotoquelle:  ECDC Memmingen

Werner Tenschert hat schon Eishockey gespielt, als es am Hühnerberg noch gar keine Halle gab. Mehr als 30 Jahre lang coachte er erfolgreich Memminger Eishockey-Mannschaften. Die Frauen des ECDC haben mit ihm ihre größten Triumphe gefeiert. Jetzt hört er auf

Wir bedanken uns bei der Memminger Zeitung und Manfred Jörg für die zur Verfügungsstellung des Beitrags vom 14.05.21

„Ich war seit 1989 mehr als drei Jahrzehnte Eishockey-Trainer. Es hat mir immer Spaß gemacht. Aber jetzt reicht es einfach.“ Werner Tenschert sagt das ganz entspannt und lächelt zufrieden. Er hat keinen Grund, im Zorn zurückzublicken. Warum auch? Verbindet sich mit dem 62-Jährigen doch die erfolgreichste Phase des Memminger Frauen-Eishockeys. Seit 2013, als Tenschert das Team von seinem Vorgänger Frieder Schüle übernommen hatte, wurden die Frauen des ECDC Memmingen unter anderem dreimal Deutscher Meister. Vor Kurzem hat Tenschert bekannt gegeben, dass er aufhört (die MZ berichtete).

„Alles was wir erreicht haben, alle Erfolge, aber auch die sportliche Entwicklung der Mannschaft, das haben wir zusammen mit Werner geschafft“, betont Teammanager Peter Gemsjäger.

Dabei war es anfangs gar nicht so klar, dass das Memminger Eishockey-Urgestein Tenschert die Frauen-Mannschaft der Indians übernehmen würde. Denn er hatte 2013 schon eine lange Karriere am Memminger Hühnerberg hinter sich. Tenschert gehört zu dieser Generation der Hühnerberg-Legenden, die in den Siebziger- und Achtzigerjahren noch unter freiem Himmel für den SC Memmingen auf Torejagd gingen. „Eine Saison habe ich dann noch in der Eissporthalle gespielt“, blickt Werner Tenschert zurück. Zur Erinnerung: Die Halle wurde 1987 eröffnet.

Viermal Werner Tenschert (von links oben, weiter im Uhrzeigersinn): bei der obligatorischen Dusche als frisch gebackener Deutscher Meister, mit dem Pokal, als Aktiver beim SC Memmingen (auf dem Bild rechts) und als Trainer. Fotos: Zwibel (3), Tenschert

Nachdem Spieler Tenschert seine Schlittschuhe an den Nagel gehängt hatte, begann er seine Karriere als Coach. „Ich habe im Lauf der Jahre im Nachwuchs alles trainiert“, sagt er. Außerdem war er auch immer wieder Hauptverantwortlicher oder Co-Trainer des Memminger Männerteams. Es gab sogar Phasen, in denen er die aufreibende Doppelbelastung als Coach von zwei Teams auf sich nahm.

Das war alles vor 2013. Was dann folgte, beschreibt Peter Gemsjäger wie folgt: „Ich hatte Werner schon in den Vorjahren immer wieder gefragt, ob er sich nicht vorstellen könnte, unsere Damen-Mannschaft zu trainieren. Ich habe ihm auch immer wieder gesagt: Mit Dir werden wir Deutscher Meister.“ Tenschert fühlte sich geschmeichelt. „Trotzdem hatte ich Bedenken und habe mich gefragt: Ist das wirklich das Richtige für mich?“ Nach zahlreichen Gesprächen mit seiner Frau und seinen beiden erwachsenen Kindern entschied er sich, das Damen-Team zu übernehmen – und hat das nie betreut. Dennoch: Obwohl sein Name für immer mit der bislang erfolgreichsten Ära des Memminger Frauen-Eishockeys verbunden sein wird, verspürte Werner Tenschert „gewisse Abnützungserscheinungen“. Das sei nach mehr als 30 Jahren ganz normal, sagt er. „Ich hatte mir immer vorgenommen, mit 60 ’mal Bilanz zu ziehen. Denn ich wollte ja nicht noch als Greis an der Bande stehen.“

Dazu kam – da macht Werner Tenschert keinen Hehl daraus – dass es gerade auch in der vergangenen Saison immer wieder Reibereien mit Spielerinnen gegeben habe. „Das hört sich schlimmer an, als es war. Es gab halt immer wieder Meinungsverschiedenheiten, was die Gestaltung des Trainings oder die Zusammenstellung der Reihen für ein Spiel anbelangte.“

Tenschert betont: Das sei ganz normal, nichts Dramatisches. Aber: In den vergangenen Jahren habe er ohnehin nur noch von Spielzeit zu Spielzeit geplant. „Meine Motivation ist jedes Jahr um ein paar Prozent geschrumpft. Deswegen habe ich mich auch jetzt wieder gefragt: Reichen die Prozente noch aus für eine weitere Saison?“

Die Antwort lautete: Nein. „Es war ein schleichender Prozess, der sich über Jahre hingezogen hat“, sagt Tenschert. Also traf er eine Entscheidung. Seine Entscheidung. Ohne Druck von außen. Denn er muss niemandem mehr etwas beweisen. Nein, das hat er jahrzehntelang am Hühnerberg gemacht. Als Spieler und als Trainer. Hat dabei große Erfolge gefeiert und viel für den Eishockey-Standort Memmingen getan – wie auch sein Sohn Tim.

Erfolge und Erinnerungen

Was bleibt, sind nicht nur Erfolge, sondern auch Erinnerungen. Zum Beispiel an die Auswärtsfahrten nach Berlin, bei denen es immer ein Rahmenprogramm gab. Mal wurde der Reichstag besichtigt, mal gab es eine Bootsfahrt auf der Spree. Gerne denkt Tenschert auch an die Abschlussfahrten mit dem Team zurück, etwa ins Tannheimer Tal; oder auch an die Empfänge bei Ministerpräsident Markus Söder sowie an die Meisterschaftsfeiern auf dem Balkon der Memminger Großzunft. Und, und, und …. Werner Tenschert ist mit sich im Reinen. Er verlässt die ECDC-Frauen im Guten, „aus freien Stücken“, wie er sagt. Deswegen kündigt er jetzt schon an: „Natürlich wird man mich auch weiterhin in der Eissporthalle erleben. Ich will doch schließlich sehen, wie alles weitergeht.“ Der erfahrene Trainer sieht das Frauen-Eishockey jedenfalls auf einem guten Weg. Wie gut das Verhältnis zwischen Werner Tenschert und Peter Gemsjäger ist, drückt sich in diesem augenzwinkernden Satz des Teammanagers aus: „Werner bekommt auf jeden Fall eine Platin-Eintrittskarte mit Goldrand.“ Denn er hat viel für das Memminger Eishockey getan.

Empfang bei Memmingens OB Manfred Schilder - auf dem Balkon der Memminger Großzunft

Nun geht Werner Tenschert. Und wer kommt? Da setzt Peter Gemsjäger sein undurchdringliches Pokerface auf. Lässt dann aber doch durchsickern, dass er derzeit Gespräche mit zwei Kandidaten führe. Einer von beiden, der offensichtlich die besseren Karten hat, war auch schon als Coach in einem Nachbarland aktiv. Gemsjäger ist zuversichtlich, womöglich noch im Mai seinen Namen bekannt geben zu können.

Ruheständler Werner Tenschert muss sich damit nicht mehr beschäftigen. Er ist raus. Und es geht ihm gut dabei. Der ehemalige Bundeswehr-Soldat war immer ein Eishockey-Verrückter – und wird das auch bleiben. Aber nicht mehr an vorderster Front. Er zieht sich zurück. Und hat künftig mehr Zeit für die Familie, für seine beiden Enkelkinder. Aber auch für seine Tennis-Partner. Und wer weiß, vielleicht bricht Werner Tenschert mit 62 noch einmal zu neuen Ufern auf. In seinem Hausgang jedenfalls steht eine gebrauchte Golf-Tasche mit Schlägern. „Die hat mir mein Sohn hingestellt“, erzählt Tenschert.

Er macht eine kleine Pause und sagt dann: „Vielleicht fange ich jetzt ja damit an.“

Den ersten Neuzugang vermelden die Bundesligafrauen des ECDC Memmingen. Vom Ligakonkurrenten ERC Ingolstadt wechselt die 33-jährige Deutsche Rekordnationalspielerin Andrea Lanzl ins Allgäu.

„Wir freuen uns sehr über eine solch hochkarätige Verstärkung“ so der sportliche Leiter der Indians Frauen Peter Gemsjäger. „Ich kenne Andrea seit ihren ersten Einsätzen für die U18 Nationalmannschaft. Sie war in den vergangenen Jahren immer eine der Leistungsträgerinnen in ihren Mannschaften und ist eine „Unterschiedsspielerin“ die uns weiterhelfen wird.“

Auch Indians Kapitänin Daria Gleissner ist sehr angetan vom Neuzugang: „Andrea ist eine der besten Stürmerinnen Deutschlands.  Ihre Persönlichkeit, Erfahrung und sportliche Leistung wird unserer Mannschaft sehr gut tun“.

Andrea Lanzl von der DEB Frauen-Nationalmannschaft während der Studioaufnahmen am 09.02.2021 in Füssen, Deutschland. (Foto von Marco Leipold/City-Press GmbH)

Die gebürtige Starnbergerin durchlief die Nachwuchsmannschaften des Tus Geretsried, und gab 2001 ihr Debut beim SC Riessersee in der Frauenbundesliga. Von 2004 bis 2012 spielte sie beim EC Bergkamen, es folgte ein Jahr beim ESC Planegg. Ab 2013 schnürte Lanzl ihre Schlittschuhe für den ERC Ingolstadt, nur unterbrochen von einem kurzen Gastspiel in Schweden. In der Summe stehen 320 Spiele, 214 Tore sowie 325 Assists in der höchsten deutschen Spielklasse zu Buche.

Ihr erstes Länderspiel für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft absolvierte Lanzl mit nur 14 Jahren im März 2002 in Gap (Frankreich) gegen Tschechien. Mittlerweile kann sie auf 12 Weltmeisterschaften und zwei Olympiateilnahmen zurückblicken. Anfang Februar 2020 überholte sie Udo Kießling (321 Länderspiele) und ist seither alleinige deutsche Rekordnationalspielerin. Aktuell sind es 329 Spiele für Deutschland.

Beruflich ist Andrea Lanzl im 12. Jahr bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Sie wird in der kommenden Saison mit der Trikotnummer 15 für die Indians auflaufen.

Fotoquelle: City-Press

Die ALLGÄUER ZEITUNG berichtet in ihrer Online Ausgabe vom 15.03. über das DFEL Finalrunde in Füssen.
Danke an die AZ und Manfred Jörg für die Zurverfügungstellung des Artikels.

Es war, als würde alles kräftig durchgeschüttelt – und am Ende stand keines der vier Teams mehr auf dem Platz, auf dem es nach Abschluss der Hauptrunde gestanden war: In der Finalrunde der Eishockey-Bundesliga der Frauen in Füssen gewann der Zweite der Hauptrunde, der ESC Planegg-Würmtal, gegen den Vierten, die „Eisbären Juniors“ Berlin, das Endspiel mit 4:1. Für die Oberbayern war es der achte Titel. Damit prangt zu Recht auf den Kleinbussen der Planeggerinnen in großen, blauen Lettern der Schriftzug „Deutscher Rekordmeister“.

Der hohe Favorit und Tabellenerste ERC Ingolstadt war im Halbfinale an Berlin gescheitert und wurde Dritter – durch einen 2:1-Erfolg gegen den ECDC Memmingen, den Dritten der Hauptrunde, der sich am Ende mit Platz vier zufriedengeben musste.

Eishockey-Saison mit nur wenigen Spielverlegungen

Nach dem Turnier zog der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) am Montag eine positive Bilanz: „Mit dem Final-Four-Turnier endete eine Saison, die trotz der coronabedingten Einschränkungen nahezu reibungslos verlief und in der nur sehr wenige Spielverlegungen zu verzeichnen waren.“ Auf Nachfrage unserer Redaktion betonte DEB-Kommunikationsleiter Ruben Stark, die strengen Corona-Vorgaben hätten sich ausgezahlt. Es habe rund um die Finalrunde keine Probleme gegeben.

Das ganze Wochenende über verfolgten hochrangige DEB-Vertreter das Geschehen in der Arena des Bundesleistungszentrums (BLZ), nicht zuletzt Präsident Franz Reindl und Interims-Sportdirektor Christian Künast. Er sagte: „Wir haben ein sehr intensives und gutes Frauen-Eishockey der vier besten Mannschaften der Saison gesehen und einen überraschenden Finalisten. Es waren zudem sehr viele Nationalspielerinnen zu beobachten, das machte es noch interessanter. Es war eine rundum gelungene Sache. Dafür gebührt auch der Turnierorganisation ein Dank.“

Bundestrainerin Busch: "Die Memmingerinnen haben in beiden Spielen unglücklich verloren"

Frauen-Bundestrainerin Franziska Busch sagte im Gespräch mit unserer Zeitung über den ungewohnten, coronabedingten Modus, mit dem in dieser Saison der Meister ermittelt wurde: „Es hat beides was für sich: die Play-offs und eine derartige Finalrunde.“ Die 35-jährige Busch, die als aktive Spielerin unter anderem auch für den ECDC Memmingen auflief, sagte zum Abschneiden ihres früheren Vereins, der bereits dreimal deutscher Meister war: „Die Memmingerinnen haben in beiden Spielen unglücklich verloren. Sie haben alles gegeben und sich nichts vorzuwerfen. Das glücklichere Ende hatten diesmal die anderen.“

Eishockey-Finalrunde: ECDC-Frauen werden Vierte

Und was sagten die Memminger zu ihrem Abschneiden in der Finalrunde? Beginnen wir mit Headcoach Werner Tenschert: „Unsere beste Saisonleistung hat im Halbfinale nicht fürs Finale gereicht. In der Schussstatistik waren wir gegen Planegg führend und gegen Ingolstadt mindestens auf Augenhöhe. Unsere mangelnde Chancenverwertung und zahlreiche Pfosten- und Lattentreffer haben eine bessere Platzierung verhindert.“

Trotz der Rückstände in beiden Partien habe sein Team „Moral bewiesen und großes Kämpferherz gezeigt“, lobte der Memminger Trainer seine „Mädels“. Und fügte hinzu: „Ich kann meiner Mannschaft keine Vorwürfe machen. Wir haben alles gegeben und alles versucht und sind an Kleinigkeiten gescheitert.“

Franziska Albl aus Füssen mit zweitem Meistertitel

Das Pech der einen ist das Glück der anderen: Überglücklich zeigte sich die aus Füssen stammende Nationaltorhüterin Franziska Albl. Und zwar nicht nur über die „JBL Soundbox“, die sie als beste Spielerin ihrer Mannschaft im Spiel gegen Memmingen als Geschenk bekam – sondern vor allem über ihren zweiten Meistertitel. Den ersten gewann sie 2016 – mit dem ECDC Memmingen. Albl sagte jetzt: „Bei so einem Turnier sieht man, dass alles möglich ist. Egal, wie die Saison zuvor verlaufen ist: Es fängt wieder bei null an. Die Spiele waren alle sehr spannend und eng. Jede Mannschaft hat bis zum Schluss gekämpft. Ich bin unglaublich stolz und glücklich, dass ich mit Planegg die Meisterschaft holen durfte.“

Etwas verhaltener fiel die Freude bei den beiden Kaufbeurer Nationalspielerinnen Nicola und Tanja Eisenschmid über den dritten Platz aus. Von der Dominanz, die der ERC Ingolstadt in der Hauptrunde gezeigt hatte, war nichts mehr zu sehen.

Den Blick in die Zukunft richtete bereits die Memmingerin Carina Strobel: „Im Hinblick auf die nächsten Wochen mit der Nationalmannschaft war dieses Turnier eine super Vorbereitung. Ich freue mich riesig, dass die Weltmeisterschaft dieses Jahr stattfindet. Ich kann es kaum erwarten, bis es endlich losgeht.“

Frauen-Weltmeisterschaft vom 6. bis 16. Mai in Kanada

Die WM geht vom 6. bis 16. Mai in Kanada über die Bühne. Am 22. März beginnt die Vorbereitung für die DEB-Auswahl. Dann stehen sie alle wieder in Füssen auf dem Eis – die Nationalspielerinnen aus Memmingen und Planegg, aus Berlin und Ingolstadt. Nicht gegeneinander, als hart fightende Konkurrentinnen, sondern miteinander – und alle im gleichen Trikot, dem mit dem Bundesadler.

Fotocredits: Alwin Zwibel

Am Wochenende gilts. Im Bundesleistungszentrum Füssen kämpfen die vier Erstplatzierten der Fraueneishockey Bundesliga um den Meistertitel 2021. Die Indians treffen dabei im Halbfinale am Samstagabend um 19 Uhr als Dritter der Hauptrunde auf den Tabellenzweiten und langjährigen Dauerrivalen Planegg.

„Wir fahren nach Füssen um unseren Titel zu verteidigen“ gibt sich Indians Headcoach Werner Tenschert kämpferisch. Vier Meisterschaften der vergangenen fünf Jahre wurden ausgespielt, Drei davon konnten die Memmingerinnen für sich entscheiden. In der letzten Saison standen die Maustädterinnen ebenfalls im Play-Off Finale, das aber nach einer Partie wegen der Corona Pandemie abgebrochen wurde. Die Play-Offs in der aktuellen Saison wurden aus terminlichen Gründen gestrichen und stattdessen ein „Final Four“ Turnier angesetzt. „In einem Spiel kann Alles passieren, da kann Jeder Jeden schlagen“ so Tenschert. Das zweite Halbfinale bestreiten am Samstag um 15 Uhr der Hauptrundenerste Ingolstadt und die Eisbären Juniors Berlin.

Indians Kapitänin Daria Gleißner: „In dem Turnier Modus ist alles möglich, von Platz 1 bis 4 hat jedes Team die Chance, den Titel zu holen. Berlin ist trotz des Punkte Rückstands in der Tabelle nicht zu unterschätzen, Ingolstadt mit den meisten Nationalspielerinnen eine sehr gut aufgestellte Mannschaft und Planegg war im Rennen um die Meisterschaft immer eine Konkurrenz. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf das Wochenende“. So gehen die Indians diesmal nicht als Topfavorit ins Rennen, aber mit dem Selbstbewusstsein, dass sie in dieser Saison jedes Team bereits mindestens einmal geschlagen haben.

Die Sieger der beiden Halbfinale treffen am Sonntag um 15 Uhr im Finale aufeinander, die beiden Verlierer spielen bereits um 11 Uhr um Bronze.

Das ganze Turnier findet unter strengen Corona Auflagen statt. Wichtigste Zulassungsvoraussetzung ist ein negativer PCR Test für jeden Teilnehmer.

Für die Spiele im Füssener Bundesleistungszentrum sind keine Zuschauer zugelassen. Über „thefan.fm/live“ wird aber ein kostenloser Livestream angeboten.

Fotocredits: Alwin Zwibel ©

Mit freundlicher Genehmigung der MEMMINGER ZEITUNG, die in ihrer aktuellen Ausgabe über unser letztes Wochenende in der Bundesliga Hauptrunde berichtet

Eishockey-Bundesliga: Die Indians-Frauen beenden die Hauptrunde mit sechs Punkten gegen Berlin. Im Halbfinale treffen sie auf Planegg

Von Manfred Jörg

Memmingen Die Frauen-Mannschaft des ECDC Memmingen trifft am kommenden Wochenende im Halbfinale um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft in Füssen auf ihren Dauerrivalen aus Planegg. Im anderen Halbfinale stehen sich der ERC Ingolstadt und die „Eisbären Juniors“ aus Berlin gegenüber.

Am letzten Spielwochenende der Hauptrunde gewannen die Frauen des ECDC ihr erstes Spiel gegen Berlin am Samstag mit 4:2 (3:0; 0:2; 1:0). Ingolstadt war zur gleichen Zeit ebenfalls mit 4:2 bei Planegg erfolgreich und sicherte sich dadurch Platz eins nach der Hauptrunde. Am Sonntag schließlich taten sich die Memmingerinnen gegen Berlin noch schwerer als am Samstag, behielten aber auch hier mit 3:2 (1:0; 0:0; 2:2) die Oberhand.

ECDC-Berlin, Spiel eins: Hier begannen die Indians-Frauen, die ohne die Nationalspielerinnen Sonja Weidenfelder und Ronja Hark antreten mussten, sehr stark und schwungvoll und führten nach 18 Spielminuten bereits scheinbar sicher mit 3:0. Die Berlinerinnen, die ohnehin nur mit zwölf Feldspielerinnen angetreten waren, mussten ab der 25. Minute auch noch auf die verletzte Verteidigerin Amelie Cyrulies verzichten. Zu diesem Zeitpunkt schien klar, dass die ECDC-Frauen diese Partie deutlich gewinnen würden. Doch die Berlinerinnen, die erst am vergangenen Wochenende durch zwei Siege gegen ihren direkten Konkurrenten Mannheim das Ticket zum Finalturnier gelöst hatten, steckten auch am Memminger Hühnerberg nicht auf. Joyce König und Theresa Knutson brachten die Frauen aus der Hauptstadt im zweiten Drittel auf 2:3 heran. Wer geglaubt hatte, dass den dezimierten Eisbärinnen im letzten Durchgang die Puste ausgehen würde, sah sich getäuscht. Im Gegenteil: Die Berlinerinnen fighteten weiter. Und die Memmingerinnen hätten sich nicht beschweren dürfen, wenn sie tatsächlich noch den Ausgleich kassiert hätten. Erst nachdem Berlins Trainer Daniel Bartell seine Torhüterin Carolin Walz vom Eis genommen hatte, um mit einer zusätzlichen Angreiferin noch das 3:3 zu erzwingen, erlöste „Kassie“ Roache die ECDC-Frauen durch ihren Treffer zum 4:2.

Spiel zwei: Im letzten Spiel der Hauptrunde, im letzten Heimspiel der Spielzeit am Hühnerberg hatten die Indians-Frauen noch mehr Arbeit als am Vortag. Es war erneut ein hart umkämpftes Spiel, in dem die Berlinerinnen bis zur 53. Minute sogar mit 2:1 führten. Als objektiver, neutraler Beobachter muss man sagen: Für ihre beiden couragierten Auftritte hätten sich die „Eisbärinnen“ wenigstens einen Punkt verdient gehabt. Doch die Memminger Frauen waren am 28. Geburtstag von Sonja Weidenfelder nicht gewillt, Geschenke an die Gegnerinnen zu verteilen. Lena Kartheininger hämmerte in der 53. Minute die Scheibe zum Ausgleich in die Berliner Maschen. Und Katharina Ott vollendete einen Alleingang von Antje Sabautzki im Rebound zum umjubelten Siegtreffer für die Memmingerinnen. Diese mussten am Sonntag neben Hark und Weidenfelder mit Savannah Rennie auf die dritte Leistungsträgerin verzichten.

Ausblick: Am kommenden Wochenende nehmen die Frauen des ECDC in Füssen an der Endrunde um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft teil. Am Samstag, 13. März, spielen sie ab 19 Uhr im Halbfinale gegen den ESC Planegg-Würmtal. Gewinnen sie diese Partie, stehen sie am Sonntag, 14. März, ab 15 Uhr im Finale. Verlieren sie das Halbfinale. tragen sie am Sonntag ab 11 Uhr das Spiel um Platz drei aus. Im anderen Halbfinale stehen sich der ERC Ingolstadt und die Eisbären Berlin gegenüber.

Fotoquelle: Alwin Zwibel

Eine Woche vor dem, mit Spannung erwartetem „Final Four“ Turnier um die Deutsche Meisterschaft empfangen die Frauen der Memminger Indians die Eisbären aus Berlin am heimischen Hühnerberg. Spielbeginn ist am Samstag um 16 Uhr bzw. Sonntag 12 Uhr.

Für beide Teams stehen die Platzierung nach der Hauptrunde bereits fest, so dass die Generalprobe ohne jeglichen Druck stattfinden kann. Die Indians nutzten zuletzt das spielfreie Wochenende, um Blessuren einiger Akteure auszukurieren. In dieser Woche gilt jetzt die ganze Konzentration dem nächsten Gegner, Berlin und der Vorbereitung auf das Finalturnier eine Woche später.

Schon seit einigen Spieltagen stehen die Memmingerinnen als Tabellendritter der Hauptrunde fest. Ganz im Gegensatz zu den Eisbären aus der Bundeshauptstadt, die sich erst am vergangenen Wochenende mit zwei Siegen gegen Mannheim (5:4 bzw. 6:0) das Ticket für die „Final Four“ sichern konnten.

Ursprünglich hätten die beide Heimspiele gegen Berlin Mitte Dezember stattfinden sollen, doch der Gegner meldete damals ganz kurzfristig beide Torfrauen krank und sorgte so für eine Spielverlegung. Mittlerweile haben sich die Eisbären im Sturm prominent verstärkt. Aus der Nordamerikanischen NWHL verpflichteten sie die ehemalige Mannheimer Topscorerin Theresa Knutson, die pikanterweise maßgeblichen Anteil daran hatte, dass Berlin im Bundesliga Schlussspurt die „Mad Dogs“ noch überholen konnte.

Bei ihren Auftritten Ende Oktober im Berliner Wellblechpalast unterlagen die Maustädterinnen einmal knapp mit 1:2 und gewannen dann Spiel zwei klar mit 5:1. Seit Jahresbeginn dürfen die Hauptstädterinnen in ihrem eigenen Eisstadion nur noch trainieren, alle Heimspiele mussten sie auswärts austragen.

„Wir freuen uns auf die beiden letzten Heimspiele der Saison“ so ECDC Coach Werner Tenschert. „Berlin wird ein richtig schwerer Gegner, die optimale Vorbereitung für das Finalturnier“. Ein Auge werden beide Teams auf die anderen Paarungen am Wochenende werfen. Dort treffen Ingolstadt und Planegg ebenfalls zweimal aufeinander und ermitteln die Gegner für die Indians sowie die Eisbären.

Für beide Spiele sind keine Zuschauer am Memminger Hühnerberg zugelassen. Über https://thefan.fm/memmingen bietet der Verein einen kostenlosen Livestream an.

Fotocredits: Alwin Zwibel ©

Einen Tag nach dem 2:1 Heimerfolg gegen Ingolstadt unterlagen die Indians Frauen beim Rückspiel in der Saturn Arena mit 1:3 (0:0/1:2/0:0).  Knapp zwei Minuten Unkonzentriertheit verhinderten einen erneuten Punktgewinn gegen den Tabellenführer.

„Wir haben über weite Phasen ein sehr gutes Spiel gemacht, die Mädels haben richtig stark gekämpft, sich in jeden Schuss geworfen und dem Tabellenführer alles abverlangt “ meinte ECDC Coach Werner Tenschert nach dem Spiel.

Die Memmingerinnen verzichteten am Sonntag auf Torhüterin Jenny Harß, die in den letzten Wochen mit den Einsätzen in der Senioren Oberliga und bei der Nationalmannschaft unter hoher Belastung stand. Für sie stand im Vergleich zum Samstag Emma Schweiger zwischen den Pfosten.

Die Partie verlief sehr ausgeglichen, doch Tore wollten zunächst nicht fallen. Die Bemühungen der Indians wurden erst Mitte des Spiels belohnt. Savannah Rennie setzte sich auf der rechten Seite sehenswert durch, bediente Sonja Weidenfelder die dann Dominique Quint keine Chance lies (33. Min).

In der letzten Minute des Mittelabschnitts dann der Knackpunkt der Partie. Binnen elf Sekunden drehten die Gastgeber die Partie und die Indians mussten mit einem 1:2 Rückstand in die zweite Pause. Scheinbar hatten die Allgäuerinnen den Doppelschlag noch nicht ganz verdaut, denn genau 60 Sekunden nach Wiederanpfiff schlug ein verdeckter Schuss von der blauen Linie erneut im Memminger Kasten ein. Die Indians versuchten in der Folge Alles, um den Rückstand zu verkürzen. Knapp zwei Minuten vor Schluss verlies Emma Schweiger zugunsten einer weiteren Feldspielerinnen den Kasten, doch ein weiterer Treffer wollte nicht mehr gelingen.

Das Fazit von Trainer Werner Tenschert nach den beiden Spielen gegen Ingolstadt: „Wir sind die einzige Mannschaft, die im Laufe der bisherigen Saison Ingolstadt zwei Mal schlagen konnte. Das gibt uns Selbstvertrauen in Hinblick auf das Finalturnier“.

Fotocredits: Alwin Zwibel (C)

21.02.2021 / 14:00 ERC Ingolstadt - ECDC Memmingen Indians 3:1 (0:0/2:1/1:0)

Tore:
0:1 (32:21) Sonja Weidenfelder (Savannah Rennie, Marina Swikull)
1:1 (39:33) Nicola Eisenschmid (Tanja Eisenschmid, Bernadette Karpf)
2:1 (39:43) Nicola Eisenschmid (Tanja Eisenschmid, Elisa Matschke)
3:1 (41:00) Ann-Kathrin Voog (Andrea Lanzl, Elisa Matschke)

Strafen: Ingolstadt 10 Min - Memmingen 10 Min

Zuschauer: 0

Es spielten:  Emma Schweiger (60:00), Laura Egger / Carina Strobel, Daria Gleißner, Mandy Dibowski, Lena Kartheininger, Anna-Lena Niewollik, Ronja Hark / Sonja Weidenfelder, Anne Bartsch, Antje Sabautzki, Katharina Ott, Lena Schurr,  Savannah Rennie, Marina Swikull, Kassandra Roache, Katharina Häckelsmiller, Luisa Bottner

 

Im Spitzenspiel der Fraueneishockey-Bundesliga bezwangen die Frauen der Memminger Indians am Samstag Tabellenführer Ingolstadt mit 2:1 nach Verlängerung.

Da hieß es erst einmal durchatmen nach dem 2:1 (0:1/0:0/1:0/1:0) Erfolg über die Ingolstädter Panther am Samstag. „Ein Spiel auf sehr hohem Niveau, spannend bis zur letzten Sekunde“ so Sergej Wassmiller, der ECDC Coach Werner Tenschert im Bundesliga Spitzenspiel an der Bande unterstützte. Nach dem Führungstreffer der Gäste durch die schwedische Nationalspielerin Solveig Neunzert in der 19. Minute rannten die Indians gut 40 Minuten lang diesem Rückstand hinterher. Achtzehn Sekunden vor der Schlusssirene rettete Kassandra Roache die Maustädterinnen per Nachschuss dann doch noch in die Overtime.

Dort behielten die Allgäuerinnen kühlen Kopf und Kapitänin Daria Gleissner sicherte ihrem Team in der 64.Minute den Sieg. „Die Verlängerung scheint uns zu liegen“ schmunzelte Werner Tenschert nach dem Spiel. Drei Mal mussten seine Mädels im bisherigen Saisonverlauf in die Overtime, drei Mal sicherten sie sich den Extrapunkt. „Nur schade, dass keine Zuschauer im Stadion sein durften, die wären voll auf ihre Kosten gekommen“ so Tenschert abschließend.

Eigentlich zappelte die Scheibe schon in der achten Minute im Ingolstädter Kasten, doch der Unparteiische verweigerte dem Treffer die Anerkennung. Dann hatten Gäste mehr von der Partie und belohnten ihren Einsatz mit dem Führungstreffer Ende des ersten Drittels. Ab Mitte des Spiels konnten sich die Gastgeber dann vom Druck der Oberbayern befreien und kamen immer besser ins Spiel. Den Sack für Ingolstadt zumachen hätte Bernadette Karpf machen können, die vier Minuten vor Schluss nur den Pfosten traf. Die Indians steckten aber nie auf, und als ECDC Torfrau Jenny Harss in der Schlussminute ihren Kasten zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatte, schafften die Memmingerinnen doch noch den verdienen Ausgleich. Mit Drei gegen Drei ging es dann in die fünf Minütige Verlängerung, in der Ingolstadt die ersten Möglichkeiten hatte aber Jenny Harss nicht überwinden konnte. Die Entscheidung zugunsten der Gastgeber gelang schließlich Daria Gleißner, deren verdeckter Schuss von Ingolstadts Torfrau Dominique Quints Hüfte in die Maschen des Tores prallte. „Wir haben immer an uns geglaubt“ so die strahlende Siegtorschützin.

Die beiden letzten Spiele in der diesjährigen Hauptrunde stehen dann am 6. bzw. 7.  März auf dem Programm, wenn die Eisbären Berlin zu ihren Nachholspielen an den Memminger Hühnerberg kommen. Das wird dann gleichzeitig die Generalprobe für das Finalturnier um die Deutsche Meisterschaft sein, dass eine Woche später stattfindet.

 

Fotoquelle: Alwin Zwibel

20.02.2021 / 16:00 ECDC Memmingen Indians – ERC Ingolstadt 2:1 (0:1/0:0/1:0/1:0)

Tore:

0:1 (18:05) Solveig Neunzert (Sorsha Sabus, Andrea Lanzl)
1:1 (59:42) Kassandra Roache (Sonja Weidenfelder)
2:1 (63:08) Daria Gleissner (Sonja Weidenfelder)

Strafen: Memmingen 2 Min – Ingolstadt 8 Min

Zuschauer: 0

Es spielten:  Jenny Harss (60:00) Emma Schweiger, / Carina Strobel, Daria Gleißner, Mandy Dibowski, Lena Kartheininger, Anna-Lena Niewollik, Ronja Hark, Nele Egger / Sonja Weidenfelder, Anne Bartsch, Antje Sabautzki, Katharina Ott, Lena Schurr,  Savannah Rennie, Marina Swikull, Kassandra Roache, Katharina Häckelsmiller, Charlott Schaffrath, Luisa Bottner

 

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