Hinfallen, aufstehen, weiterkämpfen

6. April 2019

Beitrag von Manfred Jörg aus der Memminger Zeitung vom 06.April 2019 - mit freundlicher Gemehmigung der Redaktion

Filmstudenten aus Dortmund haben in Memmingen einen Kurzfilm gedreht. Darin zeigen sie eine selbstbewusste junge Frau, die sich nicht unterkriegen lässt. Diese verkörpert Marie Delarbre vom ECDC Memmingen.

Es lohnt sich, als Sportler niemals aufzugeben, auch mal die Zähne zusammenzubeißen und immer wieder aufzustehen. Das ist die Message eines Kurzfilms, den Studenten der Fachhochschule (FH) Dortmund jetzt in Memmingen gedreht haben. Die Hauptrolle spielt Eishockey-Nationalspielerin Marie Delarbre vom ECDC Memmingen (siehe auch Infokasten weiter unten) .

Wie diese Verbindung zustande kam, erklärt Produzent Jascha Loos: „Wir sind ein Team aus jungen Studierenden der FH in Dortmund. Wir sind mit der Idee losgezogen, den Eishockey-Sport in einem Spot zu zeigen, der zur Emanzipation der Frauen beiträgt. Das Ganze auf eine lockere und mit sportlichem Ehrgeiz ausgestattete Art und Weise.“ Regisseur Erik Leibfritz ergänzt: „Wir haben für ein Seminar das Thema Heldinnen bekommen.“ Da er selbst Eishockey gespielt habe, erklärt Leibfritz, sei er mit seinem Team an den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) herangetreten. Der habe das Konzept der Studenten an Eishockeyvereine in ganz Deutschland weitergeleitet. Die Filmstudenten aus Dortmund hatten dann Kontakt mit verschiedenen Spielerinnen. „Marie hat sich als besonders geeignet und motiviert erwiesen. Sie war total professionell und sympathisch“, schwärmt Leibfritz von seiner Hauptdarstellerin.

 

Marie Delarbre ist eine selbstbewusste junge Frau; aber keine, die sich gerne in den Mittelpunkt drängelt. Die 25-Jährige erzählt: „Ich muss sagen, dass ich am Anfang ein bisschen verunsichert war beim Dreh, da ich so ’was ja noch nie gemacht habe. Im Nachhinein bin ich aber echt froh, dass ich mich dazu entschlossen habe.“

Denn: „Die Möglichkeit, bei so ’was mitmachen zu können, ergibt sich vielleicht nur einmal im Leben. Außerdem habe ich an die vielen jungen Mädchen gedacht, die Eishockey spielen, wollte ein Vorbild für sie sein, sie motivieren“, betont die Stürmerin, die derzeit mit der deutschen Frauen-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Finnland spielt. Delarbre erklärt: Mithilfe des Films könne gezeigt werden, „wie viel auch wir Frauen für unseren Sport trainieren und wie viel Zeit wir dafür investieren und dass wir trotzdem nicht viel Geld dafür bekommen – im Vergleich mit anderen Sportarten.“ In dem Spot werde auch gezeigt, „dass Sportler manchmal keine guten Phasen haben, zum Beispiel wegen einer Verletzung, dass es aber gerade dann wichtig ist, nicht aufzugeben und umso stärker zurückzukommen“.

Die mehrtägigen Dreharbeiten, welche die Crew unter anderem auch in den Stadtpark führten, haben Marie Delarbre „total viel Spaß gemacht“. Am Anfang sei es zwar schwer gewesen, die richtigen Locations zu finden. „Aber dank der Hilfe der Stadt Memmingen, des Frauen-Teams des ECDC Memmingen, der Eismeister und des Sportstudios Pure konnten wir die entsprechenden Einrichtungen super nutzen“, sagt die Nationalspielerin.

 

Die anfängliche Nervosität konnte sie rasch abschütteln, „weil ich eigentlich nichts Neues machen musste, das heißt: Ich musste auf dem Eis schießen oder im Sportstudio Kraftübungen machen.“ Sehr interessant war für die Eishockeyspielerin, zu sehen, „auf was man bei einem Filmdreh alles achten muss. Ich habe mich auch oft bei den Filmproduzenten informiert. Die waren alle sehr nett und haben mir alles erklärt.“ Aus Stunden werden Sekunden Zurzeit arbeiten die Filmstudenten aus Dortmund daran, aus ihrer 45-stündigen Arbeit, die sich über dreieinhalb Tage erstreckte, einen Kurzfilm zu machen, der laut Regisseur Leibfritz „60 bis 120 Sekunden dauert, wenn er fertig ist“. Ein erster kurzer Teaser („Appetitanreger“) soll bereits beim Memminger Kurzfilm-Festival „Mauflimmern“ gezeigt werden. Dieses findet am Samstag, 20. April, im Memminger Kulturzentrum Kaminwerk statt. Das komplette Werk wollen die Dortmunder Studenten dann im Internet auf der Videoplattform Vimeo präsentieren. „Natürlich wollen wir den Film auch bei Festivals einreichen. Wir schauen gerade, wo wir die besten Chancen haben. Einen Preis dafür zu bekommen, wäre toll, ist aber nicht unser erklärtes Ziel“, sagt der Regisseur.

Auch wenn das achtköpfige Filmteam für seine Arbeit nicht prämiert werden sollte, muss man bereits heute eines festhalten: Es ist eine ausgezeichnete Idee, eine starke und selbstbewusste junge Frau zu zeigen, die auch mal gefoult wird und hinfällt, die aber nicht liegen bleibt, sondern aufsteht – und schließlich ein wichtiges Tor erzielt.

INFOKASTEN

Persönliches Marie Delarbre wurde am 22. Januar 1994 in Aalen geboren. Sie ist eine deutsche Eishockeyspielerin, die seit 2017 erneut beim ECDC Memmingen in der Fraueneishockey-Bundesliga spielt. Delarbre wuchs zweisprachig (französisch und deutsch) auf. Sie begann ihre Karriere im Alter von sechs Jahren beim EV Füssen, für den sie bis 2012 in der Schüler-Bundesliga spielte. Parallel dazu begann sie 2007, im Alter von 13 Jahren, für den ECDC in der Fraueneishockey-Bundesliga zu spielen.

Nationalmannschaft Marie Delarbre nahm an den U 18-Weltmeisterschaften 2010, 2011 und 2012 teil. Beim Turnier 2012 war sie mit acht Punkten Topscorerin des deutschen Teams (zusammen mit Kerstin Spielberger). 2011 schaffte sie als jüngstes Mitglied der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft der Division I den Aufstieg in die Top-Division. Bei der Weltmeisterschaft 2013 erreichte sie mit dem Team den fünften Platz.

Studium Ab 2012 studierte sie an der University of Minnesota Duluth und spielte für die Bulldogs, das Eishockeyteam der Universität, in der Western Collegiate Hockey Association. 2014 wechselte sie für das Bachelorstudium in Sport-Management an das Merrimack College. Während der Saison 2014/15 spielte sie kein College-Eishockey aufgrund der Wechselregularien der NCAA. Zu Beginn der Saison 2015/16 wurde sie zur (ersten) Kapitänin der Merrimack Warriors ernannt. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 verbrachte sie ein weiteres Jahr in Nordamerika für ihr Masterstudium. 2017 kehrte sie zum ECDC zurück.

Film Bei Delarbres erster Filmrolle handelt es sich um ein Seminarprojekt der Fachhochschule Dortmund. Das Team wurde auch vom Hotel Engelkeller, der Diakonie, dem Kaminwerk und vom Eishockeyausrüster CCM unterstützt.

Team Die Mitglieder der Film-Crew sind: Erik Leibfritz (Regie), Henning Schmidt (Kamera), Daniel Bärg (Kameraassistenz und Schnitt), Hendrik Henlemeier (Tonmeister), Simon Grosser (Oberbeleuchter und Drohnen-Operator), Florian Wessels (Beleuchter), Stina Nies (Ausstattung und Kostüm) sowie Jascha Loos (Produktion). (maj)

 

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